Bahnblog 010, Mit der BahnCard 100 von Kassel-Wilhelmshöhe nach Berlin

Bild: Berliner Hauptbahnhof

Berliner Hauptbahnhof

Bei schöner Fahrt durchs sonnige Nordhessen mit der Cantus-Bahn kontrolliert und das erste Mal ein Schaffner in einer Regionalbahn. Das schwarze Gold überzeugt ihn wie immer rasch. Schmunzelnd fragt er meine Tochter nach der Kinderkarte, sie habe keine? Er zückt zwei selbstgemalte Kindertickets in der größe von Visitenkarten und stempelt eine davon ab. Eine ist für den Regionalzug, eine später für den ICE, auf der Rückseite können die Kinder ihren Namen eintragen. Reines Spielzeug, keine Werbung – die Kleene freut sich.

In Kassel Kassel-Wilhelmsöhe steigen wir in den pünktlich ein- und ausfahrenden ICE der den Fahrplan auch in Göttingen, Braunschweig, Hildesheim und Wolfsburg einhält bis er mitten in der Pampa im Land der Frühaufsteher langsam ausrollt: Triebwagenstörung! Ich fasse es nicht. Da wir unsere Plätze in Wolfsburg verloren hatten, sind wir im Zugrestaurant in der wir uns auch eine Bank zu dritt teilen müssen und spielen Uno bei Erbsensuppe.
Viele beginnen bei Triebwagenstörung zu schmunzeln.. 600 Mal passiere das im Jahr statistisch kolportiert ein netter Herr. Das wären 2 Mal täglich – bei der Menge an ICEs die in Deutschland über Schienen fegen nicht fiel. Diese Zahl werde ich recherchieren.

Es dämmert, Ausweichgleise und nächste Bahnhöfe gibt es nicht, wir stehen genau zwischen Wolfsburg und Berlin. Das Funknetz geht noch, zumindest bei der Telekom. Wir kauen das Brot zu Erbsensuppe langsam, wer weiß wann es wieder was gibt. Ich spiele mit dem Gedanken schnell Vorratsbier zu ordern, da das Fassbier schon aus ist und sicher gleich andere Reisende auf die Idee kommen, da rollt der ICE langsam an. In langsamer Fahrt könne der Zug die Reise fortsetzen.
Die freundliche Bedienung im ICE-Boardrestaurant lässt mich noch wissen, dass heute keine Kartenzahlung möglich ist, aber die DB-Servicegesellschaft mir, wenn kein Bargeld vorhanden ist, selbstverständlich auch gerne eine Rechnung nach Hause schickt. Das gilt auch für nicht BahnCard100-Kunden.
Der Lok-Führer nimmt das nicht so eng, mit nur einer halben Stunde Verspätung erreichen wir Berlin-Spandau und auch Berlin Hauptbahnhof. Melsungen – Kassel-Wilhelmshöhe-Berlin Mitte trotz Verspätung als einigermaßen bequem in knapp 4 Std. erreicht – wäre mit dem Auto im Berufsverkehr und durch die Dauerbaustellen bei Göttingen und Braunschweig schwer machbar gewesen.

Entspannt sind wir wieder in Berlin, bis zum nächsten Mal!

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