Deutsche Bahn im Vergleich zum Individualverkehr, Zustand von Zügen und Bahnhöfen der DB

Toiletten und Klimaanlagen bei der DB: häufig defekt

Zustand der Züge und Bahnhöfe der Deutschen Bahn ärgern Kunden mehr als die erträglichen Verspätungen.

Ich habe an diese Stelle ein Jahr lang von meinen Fahrten der BahnCard 100 berichtet. Dann und wann bekam ich feedback über facebook oder die Kommentarfunktion. Aus gut informierten Kreisen habe ich erfahren, dass das auch höheren Etagen der Anklang gefunden hat, deswegen mache ich jetzt weiter. Fazit nach dem ersten Jahr BahnCard : Wirtschaftlich sinnvoll ab 2-3 Geschäftsfahrten über mehr als 200km hin- und zurück, ökologisch verträglicher und auch stressfreier als die innerdeutsche Fliegerei aber vom Servicelevel her teilweise nicht akzeptabel. Die Verspätungen halten sich dabei in ertragbaren Grenzen aber der Materialzustand und die Qualität des Personals sind in einem Dienstleistungsbetrieb so nicht zu halten. Entscheidend für den Umstieg auf die Bahn ist der Zustand von Zügen und die Qualifizierung des Personals. Hier geht es im wesentlichen um Mängel an Zügen und der Technik in Bahnhöfen der Deutschen Bahn.

Faktoren für die Entscheidung zwischen Bahn und Individualverkehr

Beim Reisen ist der entscheidende Faktor die Entspannung. Deshalb ist der  Individualverkehr mit dem eigenen Auto häufig der Bevorzugte. Dazu braucht man keine Befragungen, das ist common knowledge. Wenn ich im wohltemperierten Innenraum meines eigenen PKW meiner Lieblingsmusik oder den Nachrichten lauschen kann, nehme ich auch zähfließenden und Stillstand hin. Entscheidend ist für mich beim Umstieg auf die Bahn der Zustand von Zügen und die Qualifizierung des Personals. Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Fremdbestimmtheit. Mit dem Auto kann ich losfahren und anhalten wann es mir passt. Dauert ein Meeting 10 Minuten länger komme ich nicht in Terminzwang. Sicher wird man sich davon ein Stückweit lösen müssen, wenn man ernsthaft erwägt dauerhaft hauptsächlich mit Bus und Bahn zu reisen. Mit einer aktuellen performanten Smartphone-App kann auch schnell rausfinden, wann der nächste Zug aus München nach Frankfurt fährt. Die BahnCard 100 macht dabei komplett unabhängig von vorab gebuchten zuggebundenen Tickets.

Verspätungen bei der Deutschen Bahn akzeptabel

Verspätungen habe ich bei meinen 128 Bahnfahrten in den vergangenen Monaten zwischen Bad Schandau, Mühlheim an der Ruhr, Konstanz, Berlin, Mertigen, Jena und Neumarkt i.d. Oberpfalz selten erlebt, meist ging es um 5-10 Minuten, was bei einer Gesamtfahrtdauer von 4-6 Std. kaum ins Gewicht fällt. Sicher gibt es Blitzeinschläge und Schneestürme und dann und wann mal einen kaputten Triebwagen – bei Schnee wird´s aber halt auch auf der A7 eng und die Pannenstatistiken von Audi, BMW & Co sind ja auch nicht makellos. Die DB Bahn hat mir auch den außerordentliche Kündigung des  Abo-Vertrag zur BahnCard 100 angeboten, weil wir als Berliner von der Trassensanierung eines sehr alten ICE-Streckenabschnitts zwischen Wolfsburg und Berlin 4 Monate betroffen waren – Es ging um 20 Minuten verlängerte Fahrzeiten bei einer Gesamtdauer von 2 Std. was ich auch für erträglich erachte.

Mängel in Zügen und Bahnhöfen der Deutschen Bahn

Nicht akzeptabel und häufige Mängel sind aber: nicht funktionierende Reservierungsanzeige, verspätete Ansagen am Bahnhof, dysfunktionale Aborte ungleichmäßige Temperaturen.

Toiletten und Klimaanlagen in ICEs der Duetschen Bahn

Oft bin ich in Karlsruhe in ICEs zum Beispiel aus Offenburg nach Berlin in Karlsruhe eingestiegen. Der Zug hat dann gerade erst ein Zehntel seiner Strecker hinter sich, aber schon mehrere ausgefallene Toiletten. Das Klimaanlagen-Desaster kennt jeder aus der Zeitung.

Züge in umgekehrter Wagenreihenfolge bei der Deutschen Bahn

Die Einfahrt in Bahnhöfe in umgekehrter Wagenreihenfolge, die zum Beispiel in Berlin regelmäßig Völkerwanderungen hervorrufen, die besonders illustren Reisegruppen älterer Damen aber auch Familien mit Kindern sichtlich schwerfallen und eben für Minuten zur vollkommenen Fremdbestimmtheit führen, sind eigentlich an der Tagesordnung. Der Wagenstandsanzeiger –  eines der wenigen nichtdigitalen Anzeigenelemente auf einem ICE-Bahnhof – ist dennoch immer gut besucht. Die Menschen geben sich in die Obhut der Deutschen Bahn, bereiten sich vor, lesen Ihre Tickets, finden heraus wo sich Bahnsteigabschnitte befinden und machen dann – sogar als Engländer, Polen oder Spanier  mit dieser Anzeige aus, wo ungefähr ihr Wagen steht und werden dann gleichsam bei Einfahrt des Zuges über die „umgekehrte Wagenreihenfolge“ informiert. Montagmorgen möchte man da zu Hoffenheimer Gegenschallmaßnahmen greifen. Der Bahnhofssprecher versucht sich nicht mal in der Übersetzung von „umgekehrte Wagenreihenfolge“ – er scheint den Umstand tatsächlich mit bloßem Auge erst im Zeitubnkt der Einfahrt des Zuges auszumachen. Hier wird Mitmachpotential fahrlässig verschenkt – das ist als würde man auf der Facebook-Fanpage die Kommentare der Nutzer tgl. löschen.
Reservierungsanzeigen in den ICEs der Deutschen Bahn
Im Zug angekommen ist dann gefühlt bei jedem 4ten Zug die Reservierungsanzeige ausgefallen. Die Aufklärung darüber erfolgt auch bei frisch bereitgestellten Zügen immer erst nach Einstieg. Für diejenige die reserviert haben, führt dieser Wegfall der Geschäftsgrundlage eigentlich zur Nichtigkeit des Reservierungsvertrag mit allen wirtschaftlichen Konsequenzen. Konkret vor Ort treten aber für alle Kunden der Deutschen Bahn wieder diese hässlichen Momente der Fremdbestimmtheit ein: Einzelreisende, die nicht reservieren mussten, machen es sich für wenige Minuten auf  vermeintlich freien Plätzen mit Laptop, Kaffe und Croissant bequem. Kurz darauf müssen sie wieder losziehen um Reservierungsinhabern Platz zu machen, die nach einer Odyssee wegen „umgekehrter Wagenreihenfolge“ und „defekten Reservierungsanzeigen“ endlich Ihren Platz gefunden haben.

Fazit: Deutsche Bahn Zustand von Zügen und Bahnhöfen der DB

Man stelle sich vor, man bezahle für einen Health und Wellness-Club in Berlin einen Monatsbeitrag von 200 € – nicht first class aber doch gehoben. Beim ersten Besuch kleben Kaugummis an den Fahrrädern, von 10 Laufbändern sind nur 7 in Betrieb, die Temperaturen sind wie beim Bikram-Yoga in den Duschen stehen Schlangen weil nur 3 von 9 Duschköpfen funktionieren, die Milchshakebar ist heute nicht besetzt und während einer Runde Poweryoga hat das System alle Schlüssel und Schränke vertauscht. Sie geben dem Studio eine Chance, weil es um die Ecke liegt, ihnen Wege erspart und sie doch gerne im Ruhebereich der Sauna eine Zeitung lesen aber wieder und wieder bei jedem Besuch tritt mindestens einer der genannten Missstände ein – was würden sie als Kunde tun? Aber auch: Was würde der Manager des Studios für Konsequenzen ziehen?
In der nächsten Folge dann Qualität der Service-Bediensteten bei der Deutsche Bahn.

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